Mit dieser neuen Serie möchte ich alle Patientinnen – und Interessenten für eine spätere Behandlung in meiner Praxis – für ein kaum je öffentlich diskutiertes Thema sensibilisieren, das für meine Arbeit so essentiell ist, wie kaum ein anderes.

 

Teil der von mir oft beschriebenen aktiven Mitarbeit und Mitverantwortung für die Behandlung ist auch die Kenntnis und Vermeidung einiger häufig zu beobachtender Verhaltensweisen, die die Zusammenarbeit massiv erschweren und beeinträchtigen. Ich möchte mit diesen Beiträgen niemandem (!) zu nahe treten!

Wenn Sie zu denjenigen gehören, die sich bewusst für eine Behandlung bei mir entschieden haben, weil Ihnen meine Behandlungsweise und meine Einstellungen zusagen, dann werden Sie mich sicher richtig verstehen.   Wer einen Arzt ohnehin nur als beliebig austauschbaren „Leistungserbringer“ betrachtet und wem beim kleinsten Konflikt nur gleich der Arztwechsel als „Lösung“ einfällt, wird in meiner Praxis sehr wahrscheinlich sowieso nicht glücklich werden.

1.) Negativbewertungen bei Ärzte-Bewertungsportalen

Wir freuen uns über sachliche Kritik und vor allem natürlich über positive Bewertungen. Wie im Laufe jeder langjährigen Zusammenarbeit, Freundschaft oder Partnerschaft ist es allerdings unvermeidlich, dass auch einmal eine Unstimmigkeit, Meinungsverschiedenheit oder ein kleinerer Konflikt auftritt.

Hier machen nun manche Patientinnen zwei entscheidende Fehler:

a) Den Grund für ihre Unzufriedenheit oder Frustration nicht uns gegenüber ansprechen. Wenn Sie dies tun und uns im Dialog die Chance einer Klärung geben, findet sich fast immer eine Lösung!

b) Nicht bei uns, sondern extern über ihre Unzufriedenheit sprechen. Natürlich können wir auch die externe Kommunikation über unsere Praxis niemandem verwehren; aber im Sinne der Fairness sollten Sie ein Problem bitte immer zuerst bei uns ansprechen! Findet sich dann keine einvernehmliche Lösung (was ich persönlich, wenn eine Patientin den Mut hierzu hatte, noch NIE erlebt habe!), können Sie immer noch eine negative Bewertung in ein Internetportal einstellen oder einen Wechsel der Praxis in Erwägung ziehen.

2.) Unsachliche und missverständliche Wortwahl

In der neuesten Bewertung meiner Praxis findet sich die Feststellung einer Patientin, mein Personal sei „unterste Schublade“. Derart unsachliche Kritik nützt niemandem, ganz abgesehen davon, dass der Grat zwischen erlaubter Meinungsäußerung und verbotener Schmähkritik bzw. Beleidigung sehr schmal ist und auch für die Patientin Konsequenzen haben kann.

Die Einordnung „unterste Schublade“ muss ich ebenso entschieden zurückweisen wie die Formulierung, man werde bei Vorsorgeuntersuchungen „fast schon erpresst“, eine Igel-Leistung in Anspruch zu nehmen! Bitte lesen Sie bei Interesse zu diesem Thema meinen in Kürze folgenden Blog-Artikel  „Ein offenes Wort zum Thema IGeL-Leistungen“.

Die Autorin des Beitrages betont, wenn sie mit meiner Behandlung nicht so zufrieden wäre, hätte sie bestimmt schon längst gewechselt. Leider bekam ich auf meine Anfrage über das Bewertungsportal bislang keine Antwort, die mir die Chance eines persönlichen Gespräches und vielleicht einer Klärung gegeben hätte.

Bitte bedenken Sie vor einer solchen Negativäußerung auch, dass auch wir als Ärzte bei offensichtlich fehlendem Vertrauen das Recht haben, eine reguläre Behandlung abzulehnen (ausgenommen ist nur eine notwendige Erstversorgung in akuten Notfällen).

Wenn Sie in den Fortsetzungen eine Verhaltensweise erkennen und bemerken „oh, das habe ich auch schon einmal gemacht!“ – ausgezeichnet! Nur was Sie bemerken, können Sie verbessern – und nur Verbesserungsbedarf in unserer Praxis, den Sie uns mitteilen, können wir auch konstruktiv nutzen.