Frauenarzt Miltenberg

Blog für Frauengesundheit und moderne Präventionsmedizin

Kategorie: Allgemein (Seite 2 von 2)

Ein offenes Wort zum Thema IGeL-Leistungen

Mittlerweile ist es jeder Patientin, die schon einmal bei einer Vorsorgeuntersuchung war, aufgefallen, und das gilt nicht nur für meine Praxis, sondern ohne Ausnahme (!) für die gynäkologischen Praxen aller Kolleginnen und Kollegen, die ich persönlich kenne:

Sie werden, ob durch Flyer oder im persönlichen Gespräch, darüber informiert, dass der Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen begrenzt ist auf Leistungen, die „ausreichend, zweckmäßig und wirtschaftlich“ und „das Maß des Notwendigen nicht überschreiten“. „Leistungen, die nicht notwendig oder unwirtschaftlich sind, können Versicherte nicht beanspruchen, dürfen die Leistungserbringer nicht bewirken (also wir Ärzte! J.St.) und die Krankenkassen nicht bewilligen“. (§ 12 SGB(V), nachzulesen unter   http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_5/__12.html.

Die Entscheidung, ob Sie eine zusätzliche Leistung in Anspruch nehmen und privat bezahlen, treffen ausschließlich und in jedem Fall Sie selbst!

Das folgt allein aus dem Selbstbestimmungsrecht und kann nicht anders sein. Unter diesem Aspekt weise ich auch nochmals entschieden den Kommentar einer Patientin  zurück, man werde in meiner Praxis „fast schon erpresst“ IGeL-Leistungen in Anspruch zu nehmen!  (www.jameda.de vom 28.10.2015)

Eines kann ich jedoch nicht tun: Sie nicht über die Möglichkeit aufklären, dass man zur Frühdiagnostik zusätzliche Ultraschalluntersuchungen der Brust und des Genitales durchführen kann, dass es verbesserte Abstrichtechnik, bessere Stuhltests zur Darmkrebs-Früherkennung etc. gibt! 

Es gab schon dokumentierte Fälle, wo Ärzte dies versäumten und später erfolgreich auf Schadenersatz verklagt wurden. Genau aus diesem Grund lassen wir uns die Aufklärung über diese Möglichkeiten und Ihre Entscheidung dafür oder dagegen auch schriftlich bestätigen.  Weniger gravierend, aber auch bezeichnend, ein Erlebnis aus meiner Praxis:

Eine Patientin, Mitte 20, kommt zur Vorsorge, beschwerdefrei, entscheidet sich gegen den Ultraschall – was nicht zu beanstanden ist. Ich kann keinen auffälligen Befund tasten. Vier Wochen später kommt sie mit Beschwerden, war beim CT, wo eine Zyste am Eierstock festgestellt wurde, und beklagt sich, dass in meiner Praxis kein Ultraschall durchgeführt worden sei!

Nur die unterschriebene Erklärung und der Hinweis, dass sie über die Möglichkeit des Ultraschalls aufgeklärt worden war und sich selbst dagegen entschieden hatte, konnte mich hier entlasten und ließ die Patientin in ihrer latent vorwurfsvollen Haltung auch sofort verstummen!

Oft ist der Vorwurf zu hören, wir Ärzte wollten mit diesen Leistungen „ja nur Geld verdienen“. Wenn Sie ein einziges Wort aus diesem Satz streichen stimmt er – es ist das Wort „nur“!

Eine gute Arzt-Patienten-Beziehung funktioniert niemals einseitig, sondern ist auf Neudeutsch eine „win-win“-Situation: Sie gewinnen zusätzliche diagnostische Sicherheit, der Arzt generiert natürlich Zusatzeinkünfte, die er, wie in meinem Fall, in ein erstklassiges Ultraschallgerät investieren kann. Von der Qualität des Ultraschalls profitieren alle Patientinnen! Auch diejenigen, bei denen der Ultraschall wegen eines auffälligen Tastbefundes oder ausgeprägter Beschwerden über die Krankenkasse abgerechnet werden kann und muss.

Nahezu alle Patientinnen nehmen das, was ich zusätzlich zur Standard-Gynäkologie biete, nämlich Psychosomatik, Ernährung, orthomolekulare Therapie, komplementäre Krebsdiagnostik und ergänzende (nicht alternative!) Therapie  etc. sehr gerne in Anspruch. Zahlreiche Beratungen hierzu erbringe ich (noch) im Rahmen der normalen vertragsärztlichen Sprechstunde.                   Wer im Gegenzug aber grundsätzlich und generell nicht bereit ist, eine Leistung, die medizinisch sinnvoll und wichtig wäre, aber im Sinne der Kassen-Medizin nicht als „ausreichend, zweckmäßig und wirtschaftlich“ gilt, auch im Einzelfall privat zu bezahlen, begrenzt das Spektrum dessen, was wir als Ärzte tun können und schließt wichtige, erfolgversprechende Methoden von vornherein aus.

Um eines klarzustellen: Ich werde niemals (!) eine medizinisch notwendige Therapie von einer Zuzahlung abhängig machen (das wäre rechtlich nicht zulässig und auch mit meinem Selbstverständnis unvereinbar).  Wer allerdings immer noch Anhänger der Ideologie ist, ärztliche Tätigkeit müsse von jedem wirtschaftlichen Eigeninteresse frei sein (was praktisch-ökonomisch gar nicht geht!), der wird es zunehmend schwer haben, bei einem Arzt seiner Wahl langfristig qualifiziert betreut zu werden.

Nebenbei: Je nachdem, bei welcher Krankenkasse Sie versichert sind, haben Sie über Bonusprogramme die Möglichkeit, einen Teil der Kosten (im Einzelfall sogar die kompletten Kosten) für bestimmte Vorsorgeleistungen erstattet zu bekommen. Bitte erkundigen Sie sich gegebenenfalls danach.

Um zum Abschluss dieses Artikels noch einmal den Bogen zu schlagen: Ich habe noch nie eine Patientin „fast schon erpresst“, IGeL-Leistungen in Anspruch zu nehmen – das hieße nämlich, dass ich ihr Nachteile angedroht hätte, für den Fall, dass Sie es ablehnt! (Das wäre erstens rechtswidrig und zweitens widerspräche es auch meinem Selbstverständnis)

Umgekehrt werde ich jedoch immer wieder von manchen Patientinnen „fast schon erpresst“, Leistungen zu Lasten der Krankenkasse oder gar unentgeltlich zu erbringen, mit der Drohung, man werde sonst den Arzt wechseln o.ä.

Diese Einstellung, den Arzt als Gegner zu betrachten, dem es unter Erbringung einer möglichst geringen Gegenleistung möglichst viel an Leistung abzutrotzen gilt, werde ich sehr genau beobachten und im Einzelfall auch zum Anlass nehmen, eine reguläre, langfristige Behandlung als federführender Frauenarzt wegen fehlenden Vertrauens abzulehnen – im Interesse der Patientinnen, die meine Arbeit zu schätzen wissen und auch mich immer höflich und mit Respekt behandeln. Ihnen gilt meine Wertschätzung, mein Dank und auch meine Arbeitskraft!

 

Problematisches Patientenverhalten Teil 1

Mit dieser neuen Serie möchte ich alle Patientinnen – und Interessenten für eine spätere Behandlung in meiner Praxis – für ein kaum je öffentlich diskutiertes Thema sensibilisieren, das für meine Arbeit so essentiell ist, wie kaum ein anderes.

 

Teil der von mir oft beschriebenen aktiven Mitarbeit und Mitverantwortung für die Behandlung ist auch die Kenntnis und Vermeidung einiger häufig zu beobachtender Verhaltensweisen, die die Zusammenarbeit massiv erschweren und beeinträchtigen. Ich möchte mit diesen Beiträgen niemandem (!) zu nahe treten!

Wenn Sie zu denjenigen gehören, die sich bewusst für eine Behandlung bei mir entschieden haben, weil Ihnen meine Behandlungsweise und meine Einstellungen zusagen, dann werden Sie mich sicher richtig verstehen.   Wer einen Arzt ohnehin nur als beliebig austauschbaren „Leistungserbringer“ betrachtet und wem beim kleinsten Konflikt nur gleich der Arztwechsel als „Lösung“ einfällt, wird in meiner Praxis sehr wahrscheinlich sowieso nicht glücklich werden.

1.) Negativbewertungen bei Ärzte-Bewertungsportalen

Wir freuen uns über sachliche Kritik und vor allem natürlich über positive Bewertungen. Wie im Laufe jeder langjährigen Zusammenarbeit, Freundschaft oder Partnerschaft ist es allerdings unvermeidlich, dass auch einmal eine Unstimmigkeit, Meinungsverschiedenheit oder ein kleinerer Konflikt auftritt.

Hier machen nun manche Patientinnen zwei entscheidende Fehler:

a) Den Grund für ihre Unzufriedenheit oder Frustration nicht uns gegenüber ansprechen. Wenn Sie dies tun und uns im Dialog die Chance einer Klärung geben, findet sich fast immer eine Lösung!

b) Nicht bei uns, sondern extern über ihre Unzufriedenheit sprechen. Natürlich können wir auch die externe Kommunikation über unsere Praxis niemandem verwehren; aber im Sinne der Fairness sollten Sie ein Problem bitte immer zuerst bei uns ansprechen! Findet sich dann keine einvernehmliche Lösung (was ich persönlich, wenn eine Patientin den Mut hierzu hatte, noch NIE erlebt habe!), können Sie immer noch eine negative Bewertung in ein Internetportal einstellen oder einen Wechsel der Praxis in Erwägung ziehen.

2.) Unsachliche und missverständliche Wortwahl

In der neuesten Bewertung meiner Praxis findet sich die Feststellung einer Patientin, mein Personal sei „unterste Schublade“. Derart unsachliche Kritik nützt niemandem, ganz abgesehen davon, dass der Grat zwischen erlaubter Meinungsäußerung und verbotener Schmähkritik bzw. Beleidigung sehr schmal ist und auch für die Patientin Konsequenzen haben kann.

Die Einordnung „unterste Schublade“ muss ich ebenso entschieden zurückweisen wie die Formulierung, man werde bei Vorsorgeuntersuchungen „fast schon erpresst“, eine Igel-Leistung in Anspruch zu nehmen! Bitte lesen Sie bei Interesse zu diesem Thema meinen in Kürze folgenden Blog-Artikel  „Ein offenes Wort zum Thema IGeL-Leistungen“.

Die Autorin des Beitrages betont, wenn sie mit meiner Behandlung nicht so zufrieden wäre, hätte sie bestimmt schon längst gewechselt. Leider bekam ich auf meine Anfrage über das Bewertungsportal bislang keine Antwort, die mir die Chance eines persönlichen Gespräches und vielleicht einer Klärung gegeben hätte.

Bitte bedenken Sie vor einer solchen Negativäußerung auch, dass auch wir als Ärzte bei offensichtlich fehlendem Vertrauen das Recht haben, eine reguläre Behandlung abzulehnen (ausgenommen ist nur eine notwendige Erstversorgung in akuten Notfällen).

Wenn Sie in den Fortsetzungen eine Verhaltensweise erkennen und bemerken „oh, das habe ich auch schon einmal gemacht!“ – ausgezeichnet! Nur was Sie bemerken, können Sie verbessern – und nur Verbesserungsbedarf in unserer Praxis, den Sie uns mitteilen, können wir auch konstruktiv nutzen.

Impressum

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Informationen gemäß § 5 TMG

Praxis
Dr. med. Joachim Stein
FA für Frauenheilkunde und Geburtshilfe

Miltenberger Str. 23
63927 Bürgstadt
Deutschland

Telefon: +49(9371)6081
Telefax: +49(9371)65668
E-Mail: praxis@frauenarzt-buergstadt.de
Homepage: http://www.frauenarzt-buergstadt.de

Zuständige Ärztekammer:
Bayerische Landesärztekammer: www.blaek.de

Zuständige Kassenärztliche Vereinigung:
Kassenärztliche Vereinigung Bayerns www.kvb.de

Berufsbezeichnung:
Arzt (verliehen in Deutschland)

Berufsrechtliche Regelungen:
Die Berufsordnung ist zu beziehen, beziehungsweise einzusehen bei der zuständigen Ärztekammer www.blaek.de

Redaktionell Verantwortlicher: Dr. med. Joachim Stein

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Nehmen Sie noch neue Patientinnen?

Diese Frage wird mir regelmäßig gestellt. Immer wieder höre ich davon, wie viele Praxen von Kollegen bereits einen Aufnahmestop haben, und wie schwierig es ist, Termine bei Fachärzten zu bekommen.

Ich habe hierzu eine ganz klare Einstellung: Meine Praxis wird weiterhin zugänglich bleiben, und ich beantworte die Frage mit einem klaren, grundsätzlichen Ja!

Allerdings setzt eine Behandlung in meiner Praxis – Notfälle, Notdienst und Vertretung ausgenommen – eine vertrauensvolle und von Ihnen aktiv mitgestaltete Zusammenarbeit voraus. Sie sollten daher die Grundsätze zur guten Zusammenarbeit, gelesen, verstanden und verinnerlicht haben.

Wenn Sie bei der Lektüre denken „interessant, aber das ist doch eigentlich selbstverständlich!“ – perfekt, dann brauchen wir nicht weiter zu reden. Herzlich Willkommen!

Wenn Sie denken, „hm, das habe ich so noch nie betrachtet – aber eigentlich hat er recht!“, wird die Zusammenarbeit wahrscheinlich auch funktionieren. Fragen zu unseren Regeln beantworten wir gerne.

Falls Sie sich mit den hier dargelegten Grundregeln, die unabdingbare Basis meiner Arbeit sind, allerdings überhaupt nicht identifizieren können, sind Sie wahrscheinlich in einer anderen Praxis besser aufgehoben – insbesondere dann, wenn Sie zu denjenigen gehören, die einen Arzt gar nicht als Person wertschätzen, sondern ihn nur als beliebig austauschbaren Leistungserbringer betrachten.

Die Gruppe von Patienten mit dieser Einstellung, die bei der geringsten Unzufriedenheit oder beim kleinsten Mißverständnis, ohne diese jemals angesprochen und eine Klärung auch nur versucht zu haben, gleich hemmungslos den Arzt wechselt und mir und meinem Team gleich mit latenter Feindseligkeit begegnet, wird es in den kommenden Jahren immer schwerer haben, noch einen Arzt zu finden.

Ein Patient ist mehr als ein Kunde, und ein Arzt ist auch mehr als ein herkömmlicher Dienstleister. Sehen Sie sich hierzu bitte bei Bedarf noch einmal mein Video auf der Praxisseite an.

Das Zeitalter von Passivität und Konsumentenhaltung geht zu Ende, die Ära von Mitarbeit und Eigenverantwortung hat begonnen. Der Arzt, wie ich ihn verstehe, geht über seine traditionelle Rolle hinaus und wird zum Gesundheitscoach und Berater, der Menschen mit integrativen Ansätzen von Schul- und Komplementärmedizin sowie unter Einbeziehung der spirituellen Dimension hilft, in ihre eigene Kraft zu kommen.

Die Entscheidung, die nur Sie selbst treffen können, lautet: Sind Sie offen für neue Wege? Oder fühlen Sie sich in der traditionellen passiven „Patienten“-rolle wohler?

Momentan funktioniert diese noch begrenzt. Wer jedoch – wie ich es nenne – den „Traum von der halben Patientenmündigkeit“ träumt und nur Mitbestimmung einfordert, aber keine Mitverantwortung übernehmen will, wird im Gesundheitssystem der nächsten Jahre vermutlich unsanft aus diesem Traum erwachen.

Die deutsche Gesundheitspolitik wendet das altrömische Prinzip „divide et impera“ – teile und herrsche – gerade vielfältig an: Schulmedizin gegen Komplementärmedizin, niedergelassene Ärzte gegen Klinikärzte, Hausärzte gegen Fachärzte etc.

Die schlimmste und gefährlichste aller Spaltungen ist jedoch die Spaltung Arzt gegen Patient. Da auch wir Ärzte immer wieder Patienten sind – jeder von uns war auch selbst schon bei Kollegen in Behandlung! – liegt es in unser aller Interesse, dieser Spaltung entgegenzutreten. Weitere Beiträge hierzu folgen; bleiben Sie dran!

Wie Sie meine Praxis finden

Kommen Sie auch manchmal mit Wegbeschreibungen nicht gut zurecht? Im Zeitalter von Internet-Routenplanern und Navigationssystemen herrscht an Informationen,  wie Sie eine bestimmte Adresse finden, kein Mangel.

Das Problem ist oft eher die Umsetzung.  Ich habe mich daher entschieden, das Thema einmal ganz anders anzupacken, nämlich in Form eines Videos.

Wieso ein Blog zusätzlich zur Homepage?

Kennen Sie das?

Sie sind von der Vielzahl der Gesundheitsinformationen verunsichert und suchen nach Orientierung? Sie möchten sich unabhängig von einer Praxishomepage einfach informieren und haben keine Lust, sich durch endlose Texte von „Herzlich Willkommen auf unserer Homepage“ bis „Über uns“ durchzuwühlen?

Sie möchten sich vielleicht auch selbst einbringen? Wenn Sie meine Homepage www.frauenarzt-buergstadt.de kennen, dann wissen Sie, dass ich auf Eigenverantwortung und aktive Mitarbeit der Patientinnen größten Wert lege, ja dass diese geradezu Voraussetzung ist. Dafür möchte ich mit diesem Blog den Grundstein legen und mit Ihnen ins Gespräch kommen. Was sind Ihre Bedürfnisse, Sorgen, Wünsche oder auch Ihre Kritik? Was ist Ihnen in einer Praxis Ihres Vertrauens besonders wichtig?

Es gibt regelmäßig Aktualisierungen, daher lohnt sich das Vorbeischauen! Nähere informationen zur Praxis selbst finden Sie unter www. frauenarzt-buergstadt.de

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