Diese Frage wird mir regelmäßig gestellt. Immer wieder höre ich davon, wie viele Praxen von Kollegen bereits einen Aufnahmestop haben, und wie schwierig es ist, Termine bei Fachärzten zu bekommen.

Ich habe hierzu eine ganz klare Einstellung: Meine Praxis wird weiterhin zugänglich bleiben, und ich beantworte die Frage mit einem klaren, grundsätzlichen Ja!

Allerdings setzt eine Behandlung in meiner Praxis – Notfälle, Notdienst und Vertretung ausgenommen – eine vertrauensvolle und von Ihnen aktiv mitgestaltete Zusammenarbeit voraus. Sie sollten daher die Grundsätze zur guten Zusammenarbeit, gelesen, verstanden und verinnerlicht haben.

Wenn Sie bei der Lektüre denken „interessant, aber das ist doch eigentlich selbstverständlich!“ – perfekt, dann brauchen wir nicht weiter zu reden. Herzlich Willkommen!

Wenn Sie denken, „hm, das habe ich so noch nie betrachtet – aber eigentlich hat er recht!“, wird die Zusammenarbeit wahrscheinlich auch funktionieren. Fragen zu unseren Regeln beantworten wir gerne.

Falls Sie sich mit den hier dargelegten Grundregeln, die unabdingbare Basis meiner Arbeit sind, allerdings überhaupt nicht identifizieren können, sind Sie wahrscheinlich in einer anderen Praxis besser aufgehoben – insbesondere dann, wenn Sie zu denjenigen gehören, die einen Arzt gar nicht als Person wertschätzen, sondern ihn nur als beliebig austauschbaren Leistungserbringer betrachten.

Die Gruppe von Patienten mit dieser Einstellung, die bei der geringsten Unzufriedenheit oder beim kleinsten Mißverständnis, ohne diese jemals angesprochen und eine Klärung auch nur versucht zu haben, gleich hemmungslos den Arzt wechselt und mir und meinem Team gleich mit latenter Feindseligkeit begegnet, wird es in den kommenden Jahren immer schwerer haben, noch einen Arzt zu finden.

Ein Patient ist mehr als ein Kunde, und ein Arzt ist auch mehr als ein herkömmlicher Dienstleister. Sehen Sie sich hierzu bitte bei Bedarf noch einmal mein Video auf der Praxisseite an.

Das Zeitalter von Passivität und Konsumentenhaltung geht zu Ende, die Ära von Mitarbeit und Eigenverantwortung hat begonnen. Der Arzt, wie ich ihn verstehe, geht über seine traditionelle Rolle hinaus und wird zum Gesundheitscoach und Berater, der Menschen mit integrativen Ansätzen von Schul- und Komplementärmedizin sowie unter Einbeziehung der spirituellen Dimension hilft, in ihre eigene Kraft zu kommen.

Die Entscheidung, die nur Sie selbst treffen können, lautet: Sind Sie offen für neue Wege? Oder fühlen Sie sich in der traditionellen passiven „Patienten“-rolle wohler?

Momentan funktioniert diese noch begrenzt. Wer jedoch – wie ich es nenne – den „Traum von der halben Patientenmündigkeit“ träumt und nur Mitbestimmung einfordert, aber keine Mitverantwortung übernehmen will, wird im Gesundheitssystem der nächsten Jahre vermutlich unsanft aus diesem Traum erwachen.

Die deutsche Gesundheitspolitik wendet das altrömische Prinzip „divide et impera“ – teile und herrsche – gerade vielfältig an: Schulmedizin gegen Komplementärmedizin, niedergelassene Ärzte gegen Klinikärzte, Hausärzte gegen Fachärzte etc.

Die schlimmste und gefährlichste aller Spaltungen ist jedoch die Spaltung Arzt gegen Patient. Da auch wir Ärzte immer wieder Patienten sind – jeder von uns war auch selbst schon bei Kollegen in Behandlung! – liegt es in unser aller Interesse, dieser Spaltung entgegenzutreten. Weitere Beiträge hierzu folgen; bleiben Sie dran!